VIRTHUALIS
Die Vermeidung von Unfällen bei industriellen Großanlagen hat oberste Priorität. In der Regel sind bis zu neunzig Prozent der schweren Unfälle innerhalb risikoreicher Herstellungsprozesse wie z.B. in der Chemie-Industrie auf menschliche Fehler zurückzuführen.
VIRTHUALIS ("Virtual Reality and Human Factors applications for Improving Safety"), ein internationales Konsortium aus 43 Partnern, beschäftigt sich damit, wie sich Gefahren in Produktions- und Lagerstätten verringern lassen. Auch die Fraunhofer-Forscher vom Magdeburger Virtual Development and Training Centre VDTC engagieren sich bei dem Projekt.
Im Focus stehen die Gefahren, die vor allem durch menschliches Verhalten, den sogenannten „Human Factors“ ausgelöst werden. Ziel von VIRTHUALIS ist es, Schwachstellen bei der Sicherheit einer Anlage frühzeitig aufzudecken, deren Sicherheit zu erhöhen sowie Sicherheitsaspekte transparent zu gestalten, um kritische Situationen sicher zu managen.
Im Rahmen von VIRTHUALIS entwickeln Wissenschaftler eine neuartige Technologieplattform, die Human Factor-Probleme und technisches Prozessverhalten in einer virtuellen Entwicklungsumgebung zusammenführen. Sicherheitskritische Prozesszustände werden damit für das Personal (Bediener, Sicherheitsmanager) klar verständlich. Die Folgen menschlichen Handels sind direkt in der virtuellen Umgebung zu erkennen, transparent nachvollziehbar und jederzeit reproduzierbar. Bereits in der Phase des Designs von Anlagen können mögliche Sicherheitsrisiken eindeutig erkannt und vermieden werden. Ein Anwendungsbeispiel ist die Durchführung von virtuellen Brandbekämpfungen durch die Simulation unterschiedlicher Gefahrensituationen. Besonders für die Abschätzung von Risiken, Vermeidung von Unfällen und die Untersuchung von Unfällen sind die Ergebnisse aus dem VIRTHUALIS -Projekt interessant. Für die Anlagenhersteller und Anlagenbetreiber kann VIRTHUALIS von großem Nutzen sein, denn die beteiligten Wissenschaftler sind bestrebt, Unfälle und Einzelschäden in Gefahrindustrien zu reduzieren, die Verfügbarkeit von Anlagen über den gesamten Produktionslebenszyklus zu erhöhen und laufende Sicherheitskosten zu reduzieren.
Nutzen:
- Reduzierung von Unfällen und Einzelschäden in Gefahrindustrien (u. a. Prozessindustrie)
- Deutliche Erhöhung der Verfügbarkeit von Anlagen über den gesamten Produktionslebenszyklus
- Reduzierung der laufenden Sicherheitskosten und damit der Produktionskosten
Zielgruppe:
- Anlagenhersteller, -betreiber und deren Lieferanten und Dienstleister
Anwendungsbereiche:
- Risikoabschätzung
- Unfalluntersuchung
- Sicherheitsmanagement
- Training
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Ansprechparter:
Dr. rer. nat. Eberhard Blümel
Virtuell Interaktives Training
Telefon: +49 (0) 391 / 40 90-110
Fax: +49 (0) 391 / 40 90-115
Fraunhofer-Institut für
Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
Sandtorstr. 22
39106 Magdeburg